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Forschung - Erotik im Kernspin: Was macht das Hirn beim Sex?

Herausgegeben von Info - Neuron in Sex und Gehirnforschung · 3/4/2009 19:02:40

InfoNeuro: Was hat sich beim Anblick der erotischen Filmsequenzen im Gehirn verändert?

Forsting: Im Vergleich zu den Filmen ohne erotische Inhalte wurde ein Vielzahl unterschiedlicher Hirnregionen aktiviert. Zunächst sah man, wie sich der Aufmerksamkeitslevel der Betrachter erhöhte. Dies erkennt man an einer Aktivierung der hierfür zuständigen Areale der Großhirnrinde. Da leuchtete es im Schläfenlappen auf. Daneben regte es sich vor allem in tieferen Hirnregionen: die Amygdala, der Hypothalamus und der zinguläre Kortex wurden aktiv. Das alles sind Gebiete des limbischen Systems.

InfoNeuro: Gab es bei der sexuellen Erregung Unterschiede zwischen Männern und Frauen?

Forsting: Frauen aktivieren beim Sex andere Hirnbereiche als Männer. Generell werden von beiden Geschlechtern die gleichen Regionen aktiviert, aber Männer zeigen eine deutlichere Aktivierung in den limbischen Hirnanteilen, also denjenigen Teilen, die zu den ältesten und primitiven Hirnregionen zählen und über die auch Huhn oder Krokodil verfügen. Die Frauen aktivierten dagegen Bereiche im Großhirn, die für vernünftiges Denken verantwortlich sind. Der weibliche Part agiert beim Sex demnach rationaler, während das starke Geschlecht nur eines im Sinn hat: Männer folgen eher ihrem Paarungstrieb. Frauen bleiben beim Sex mehr auf dem Teppich.

InfoNeuro: Was spielt sich in unserem Gehirn bei einem Orgasmus ab?

Gizewski: Eine niederländische Arbeitsgruppe konnte hier im PET einige aktivierte Areale zeigen, ein einzelnes Zentrum ist das aber nicht, eher ein Netzwerk. Diese Brain-Imaging-Untersuchungen wiesen darauf hin, dass das zentrale Merkmal des Orgasmus die Verminderung der kortikalen Aktivität - präfrontaler Kortex/linker Temporallappen - ist. Diese ist verantwortlich für die Enthemmung - den sogenannten Kontrollverlust und die Auflösung bzw. Aufweichung der Körpergrenzen.

InfoNeuro: Zeigen sich unterschiedliche Muster bei verschiedenen Orgasmusformen?

Gizewski: Im fMRT kann man bislang nur die Erregung untersuchen. Die Daten anderer Arbeitsgruppen weisen darauf hin, dass die zerebrale Aktivierung bei Frauen während eines vaginal induzierten Orgasmus intensiver ist als bei klitoral induziertem Orgasmus.

InfoNeuro: Können wir das MRT als "Lügendetektor" für einen vorgetäuschten Orgasmus einsetzen?

Forsting: Das funktioniert bislang noch nicht hundertprozentig. Einige Untersuchungen sprechen aber dafür, dass die bei echten Orgasmen festzustellende Deaktivierung von orbitofrontalen und medialen präfrontalen Arealen bei einem vorgetäuschten Orgasmus ausbleibt.

InfoNeuro: Lassen sich sexuelle Aberrationen sichtbar machen?

Gizewski: Transsexuelle - Mann zu Frau - zeigen im Gruppenvergleich bei erotischen Stimuli eine vergleichbare (verminderte) Aktivierung wie auch Frauen. Ziemlich deutlich unterscheiden sich Pädophile in ihrer zerebralen Reaktion von gesunden Menschen. Insbesondere wird keine Aktivierung im orbitofrontalen Kortex wie bei den Kontrollgruppen gefunden. Möglicherweise besteht bei diesen Menschen eine verminderte präfrontale Kontrolle.

InfoNeuro: Was hat Sie dazu bewogen, diese Untersuchungen durchzuführen?

Forsting: Vor allem natürlich die wissenschaftliche Neugierde. Außerdem gibt es am Universitätsklinikum Essen zwei weitere Gruppen - am Institut für Medizinische Psychologie und an der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie - die bereits zu diesen Themen, allerdings mit anderen Methoden, gearbeitet haben.

Das Gespräch führte Dr. med. Kirsten Westphal mit Prof. Dr. med. Michael Forsting, Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie und Neuroradiologie, Uni-Duisburg
Quelle: In|FO|Neurologie & Psychiatrie, 2009;3(11):6-7,




Frauen: benützen mehr Hirn beim Sex

Herausgegeben von DIV in Sex und Gehirnforschung · 28/5/2004 18:39:05
Wissenschaftler der Universitätsklinik Essen haben nachgewiesen, dass Frauen beim Sex mehr Hirn aktivieren als Männer. In der derzeit größten deutschen Sexstudie haben Wissenschaftler Menschen während der Betrachtung erotisierender Filme mit Hilfe der funktionellen Magnetresonanztomographie (fMRT) ins Gehirn geschaut.
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